Radon
21.10.2001, 21:21
Was ist bloss mit den Schnullis passiert?
Sonntag; der Tag war sonnig und warm. Ich wachte auf und mein erster Gedanke war, ein heisses Bad zu nehmen, ein wunderbares Frühstück mit meinem Freund Jürgen zu mir zu nehmen und anschliessend einige Schritte im Freien zu geniessen. Doch es sollte alles anders kommen, als ich es zu diesem Zeitpunkt geplant hatte.
Ich machte mich auf den Weg, um die Sonntagszeitung zu holen, während Jürgen noch in seinen schönsten Träumen lag. Wieder zu Hause angekommen, deckte ich fröhlich den Frühstückstisch und wartete auf das Erwachen des schlafenden Etwas in unserem Schlafzimmer. Es dauerte eine Ewigkeit bis ich die Dielen im Flur knarren hörte und Jürgen sich auf direktem Wege ins Bad bewegte. Schliesslich ist er erst heute Morgen gegen 5.00 Uhr ins Bett gekommen. Ich weiss nicht, was er die ganze Nacht getrieben hat. Aber der Schreibtisch im Wohnzimmer glich einem Schlachtfeld...Zigarettenkippen quillten über den Aschenbecher, Colaglas-Ränder zierten die Tischplatte und in der Chipstüte befanden sich lediglich noch einige Krümel. Diese waren übrigens auch auf dem Fussboden verteilt.
Jürgen kam ins Wohnzimmer und setzte sich schlaftrunken an den Tisch. Ganz wach schien er wirklich noch nicht zu sein. Er stammelte immer wieder was von genialen Abschüssen, Bendermännchen, Messer und von Räumen, in denen immer jemand das Licht ausknipste. Ganz nebenbei fiel Jürgen ein, dass er mal den Computer anschalten muss, um zu sehen, ob Andreas schon wach ist. Selbstverständlich war dieser wach! Und zwar bereits seit 9.00 Uhr (und sass am Computer...). Andreas wurde zum Frühstück geordert. Das gemeinsame gemütliche Frühstück zu zweit war schliesslich dahin: Gespräche über die Vorkommnisse der letzten Nacht begleiteten mein Marmeladen-Brötchen vom Teller zu meinem Mund. Dabei ging es um irgendwelche Rollis und Schnullis. Welche Eltern ?bitte schön- erlauben ihren Kindern eigentlich, nachts so lange aufbleiben zu dürfen? Als ich dann mitbekam, dass Jürgen und Andreas heute Nacht angeblich einen Schnulli abgeballert haben und sich damit auch noch brüsteten, wurde mir doch ein wenig mulmig. Ich mochte es nicht glauben, aber sollte ich gerade wirklich mit zwei Mördern frühstücken? Die Herren beendeten das Essen, nachdem sie notgedrungen etwas Nahrung zu sich genommen hatten und Andreas begab sich wieder in Richtung Heimat. Jürgen fragte mich noch, ob er mithelfen soll, den Tisch abzudecken. Geschockt und noch völlig im Gedanken, ob ich das alles nicht besser der Polizei erzählen sollte, verneinte ich. Und ehe ich mich versah, sass er bereits wieder am Computer zum chatten mit irgendwelchen Typen aus Bremen oder so. Er amüsierte sich und war im Lachwahn nicht mehr anzusprechen. Wie kann man eine Nacht zuvor jemanden so kaltblütig ermorden und am nächsten Morgen so tun, als ob nichts geschehen wäre? Ich konnte das alles wirklich nicht fassen.
Das verrückte war, dass Jürgen und Andreas sogar im Internet sich mit dem Abmurksen von Schnullis brüsteten!!! Wie blöd sind die eigentlich? Ich war immer näher dran, die Polizei zu informieren. Ich fragte mich, wo sie die Leiche des armen Kerls hingeschafft haben. Wird der Kleine vielleicht bereits vermisst? Kannte ich ihn sogar? Ein Nachbarjunge vielleicht? Das merkwürdige war nur, dass im Chatraum keiner so richtig geschockt war über die Mitteilungen. Mittlerweile sprachen alle sogar von mehreren Ermordeten. Soweit ich es mitbekam, haben sie einen Schnulli in einem Tunnel abgeschossen, zwei wurden im Haus erstochen und einer wurde auf dem Dach von den eigenen Leuten (?) umgebracht. Mir wurde klar, dass ich mit diesen Menschen nicht mehr unter einem Dach leben konnte. Es ist entsetzlich, was diese Schnullis durchmachen mussten letzte Nacht. Ich ging ins Schlafzimmer und packte die nötigsten Sachen. Dann schlich ich mich aus der Wohnung. Jürgen war immer noch am chatten. Ich flüchtete zu dem netten Jungen im Erdgeschoss um mich ihm unter Tränen anzuvertrauen, was letzte Nacht furchtbares geschehen sein musste. Dieser war sichtlich bemüht, mich zu trösten und zu beruhigen. Allerdings konnte er das breite Grinsen im Gesicht nicht unterbinden, während ich weiter berichtete. Schliesslich fing er schallend an zu lachen und griff zum Telefonhörer um Jürgen zu informieren, dass ich bei ihm bin. So ein Verräter!!! Ich hätte eher auf den Zettel auf seinem Tisch sehen sollen, worauf geschrieben stand: ?Abschusstatistik Rollis: 12?. Mein Gott, dachte ich, die Männer müssen alle wahnsinnig geworden sein!!! Ich lief aus dem Haus in die Freiheit. Unterwegs begegnete mir noch die alte Frau Knerr. Wenigstens die hat das Massaker überlebt.
:lol: :lol: :lol:
Sonntag; der Tag war sonnig und warm. Ich wachte auf und mein erster Gedanke war, ein heisses Bad zu nehmen, ein wunderbares Frühstück mit meinem Freund Jürgen zu mir zu nehmen und anschliessend einige Schritte im Freien zu geniessen. Doch es sollte alles anders kommen, als ich es zu diesem Zeitpunkt geplant hatte.
Ich machte mich auf den Weg, um die Sonntagszeitung zu holen, während Jürgen noch in seinen schönsten Träumen lag. Wieder zu Hause angekommen, deckte ich fröhlich den Frühstückstisch und wartete auf das Erwachen des schlafenden Etwas in unserem Schlafzimmer. Es dauerte eine Ewigkeit bis ich die Dielen im Flur knarren hörte und Jürgen sich auf direktem Wege ins Bad bewegte. Schliesslich ist er erst heute Morgen gegen 5.00 Uhr ins Bett gekommen. Ich weiss nicht, was er die ganze Nacht getrieben hat. Aber der Schreibtisch im Wohnzimmer glich einem Schlachtfeld...Zigarettenkippen quillten über den Aschenbecher, Colaglas-Ränder zierten die Tischplatte und in der Chipstüte befanden sich lediglich noch einige Krümel. Diese waren übrigens auch auf dem Fussboden verteilt.
Jürgen kam ins Wohnzimmer und setzte sich schlaftrunken an den Tisch. Ganz wach schien er wirklich noch nicht zu sein. Er stammelte immer wieder was von genialen Abschüssen, Bendermännchen, Messer und von Räumen, in denen immer jemand das Licht ausknipste. Ganz nebenbei fiel Jürgen ein, dass er mal den Computer anschalten muss, um zu sehen, ob Andreas schon wach ist. Selbstverständlich war dieser wach! Und zwar bereits seit 9.00 Uhr (und sass am Computer...). Andreas wurde zum Frühstück geordert. Das gemeinsame gemütliche Frühstück zu zweit war schliesslich dahin: Gespräche über die Vorkommnisse der letzten Nacht begleiteten mein Marmeladen-Brötchen vom Teller zu meinem Mund. Dabei ging es um irgendwelche Rollis und Schnullis. Welche Eltern ?bitte schön- erlauben ihren Kindern eigentlich, nachts so lange aufbleiben zu dürfen? Als ich dann mitbekam, dass Jürgen und Andreas heute Nacht angeblich einen Schnulli abgeballert haben und sich damit auch noch brüsteten, wurde mir doch ein wenig mulmig. Ich mochte es nicht glauben, aber sollte ich gerade wirklich mit zwei Mördern frühstücken? Die Herren beendeten das Essen, nachdem sie notgedrungen etwas Nahrung zu sich genommen hatten und Andreas begab sich wieder in Richtung Heimat. Jürgen fragte mich noch, ob er mithelfen soll, den Tisch abzudecken. Geschockt und noch völlig im Gedanken, ob ich das alles nicht besser der Polizei erzählen sollte, verneinte ich. Und ehe ich mich versah, sass er bereits wieder am Computer zum chatten mit irgendwelchen Typen aus Bremen oder so. Er amüsierte sich und war im Lachwahn nicht mehr anzusprechen. Wie kann man eine Nacht zuvor jemanden so kaltblütig ermorden und am nächsten Morgen so tun, als ob nichts geschehen wäre? Ich konnte das alles wirklich nicht fassen.
Das verrückte war, dass Jürgen und Andreas sogar im Internet sich mit dem Abmurksen von Schnullis brüsteten!!! Wie blöd sind die eigentlich? Ich war immer näher dran, die Polizei zu informieren. Ich fragte mich, wo sie die Leiche des armen Kerls hingeschafft haben. Wird der Kleine vielleicht bereits vermisst? Kannte ich ihn sogar? Ein Nachbarjunge vielleicht? Das merkwürdige war nur, dass im Chatraum keiner so richtig geschockt war über die Mitteilungen. Mittlerweile sprachen alle sogar von mehreren Ermordeten. Soweit ich es mitbekam, haben sie einen Schnulli in einem Tunnel abgeschossen, zwei wurden im Haus erstochen und einer wurde auf dem Dach von den eigenen Leuten (?) umgebracht. Mir wurde klar, dass ich mit diesen Menschen nicht mehr unter einem Dach leben konnte. Es ist entsetzlich, was diese Schnullis durchmachen mussten letzte Nacht. Ich ging ins Schlafzimmer und packte die nötigsten Sachen. Dann schlich ich mich aus der Wohnung. Jürgen war immer noch am chatten. Ich flüchtete zu dem netten Jungen im Erdgeschoss um mich ihm unter Tränen anzuvertrauen, was letzte Nacht furchtbares geschehen sein musste. Dieser war sichtlich bemüht, mich zu trösten und zu beruhigen. Allerdings konnte er das breite Grinsen im Gesicht nicht unterbinden, während ich weiter berichtete. Schliesslich fing er schallend an zu lachen und griff zum Telefonhörer um Jürgen zu informieren, dass ich bei ihm bin. So ein Verräter!!! Ich hätte eher auf den Zettel auf seinem Tisch sehen sollen, worauf geschrieben stand: ?Abschusstatistik Rollis: 12?. Mein Gott, dachte ich, die Männer müssen alle wahnsinnig geworden sein!!! Ich lief aus dem Haus in die Freiheit. Unterwegs begegnete mir noch die alte Frau Knerr. Wenigstens die hat das Massaker überlebt.
:lol: :lol: :lol: